{"id":10238,"date":"2017-02-08T17:25:39","date_gmt":"2017-02-08T16:25:39","guid":{"rendered":"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/?p=10238"},"modified":"2017-02-26T09:04:29","modified_gmt":"2017-02-26T08:04:29","slug":"die-neuen-fleischgeniesser-crowdbutchering-ist-der-neue-trend-fuer-fairen-konsum","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/?p=10238","title":{"rendered":"Die neuen Fleischgenie\u00dfer &#8211;\u00a0\u201eCrowdbutchering\u201c ist der neue Trend f\u00fcr fairen Konsum."},"content":{"rendered":"<p>Ein Start-up aus Frankenthal zeigt, dass ethisch korrekter Fleischverzehr bei Verbrauchern ankommt.<!--more--><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/Crowdbutchering_GF_300dpi_Vetter1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-10240\" src=\"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/Crowdbutchering_GF_300dpi_Vetter1.jpg\" width=\"1000\" height=\"563\" srcset=\"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/Crowdbutchering_GF_300dpi_Vetter1.jpg 1240w, https:\/\/www.tuttiisensi.de\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/Crowdbutchering_GF_300dpi_Vetter1-300x169.jpg 300w, https:\/\/www.tuttiisensi.de\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/Crowdbutchering_GF_300dpi_Vetter1-768x432.jpg 768w, https:\/\/www.tuttiisensi.de\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/Crowdbutchering_GF_300dpi_Vetter1-1024x576.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Wer manchmal nachdenklich wird, wenn er auf das Grillsteak oder die Bratwurst auf dem Teller schaut, stellt sich vielleicht auch die Frage, woher genau dieses Fleisch eigentlich kommt. Selbst wer recherchiert, findet oft nur wenig \u00fcber die genaue Herkunft und \u00fcber die Umst\u00e4nde von Aufzucht und Schlachtung heraus. Die Fleisch-Industrie investiert j\u00e4hrlich enorme Summen in Werbe- und Marketingkampagnen, und das aus gutem Grund: Wirklich idyllisch und ethisch korrekt wird hier kein Rind und kein Schwein aufgezogen beziehungsweise geschlachtet, selbst wenn alle rechtlichen Vorgaben eingehalten werden. Die Realit\u00e4t sieht meist anders aus als es die bunten Werbebilder versprechen. Kein Wunder, dass viele Verbraucher auf der Suche nach Alternativen sind.<\/p>\n<p>Das war auch Dennis Vetter. Er war begeistert vom Konzept des Crowdbutchering, fand aber keine \u00fcberzeugenden regionalen Angebote. Kurzerhand gr\u00fcndete der ehemalige Lehramtsanw\u00e4rter sein eigenes Unternehmen. Seit Anfang 2016 ist die Website <a href=\"http:\/\/www.geteiltes-fleisch.de\">www.geteiltes-fleisch.de online<\/a>, und es dauerte nicht lange, bis die ersten Bestellungen eingingen. Crowdbutchering steht in erster Linie f\u00fcr einen bewussten, nachhaltigen Fleischkonsum bei voller Transparenz f\u00fcr den Verbraucher. Erst wenn gen\u00fcgend Bestellungen eingegangen sind und ein Tier vollst\u00e4ndig \u201egeteilt\u201c ist, wird geschlachtet. Gr\u00fcnder und Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Dennis Vetter suchte f\u00fcr sein Projekt sorgsam regionale H\u00f6fe aus, deren Standards zum Teil \u00fcber denen von Bio-zertifizierten Betrieben liegen. Die Rinder sollten haupts\u00e4chlich auf der Weide stehen d\u00fcrfen, die Schweine immer die M\u00f6glichkeit haben, sich im Freien aufzuhalten. Neben artgerechter Haltung und Aufzucht legte Dennis Vetter auch gro\u00dfen Wert auf kurze Transportwege, von maximal 30 Minuten zum Schlachthof. Somit bleiben die Stressbelastungen gering, was nicht nur den Tieren, sondern auch der Fleischqualit\u00e4t zugutekommt.<\/p>\n<p>Das Thema \u201eCrowdbutchering\u201c begegnete Vetter schon vor etlichen Jahren w\u00e4hrend einer Reise in die USA und \u00fcberzeugte ihn. \u201eDa ich in einer l\u00e4ndlichen Gegend aufgewachsen bin, war mir auch immer bewusst, woher das Schnitzel auf dem Teller kommt. Wir hatten unseren kleinen Dorfmetzger, bei dem wir genau wussten, wann Schlachttag ist. Wenn dann mal ein gro\u00dfer Braten zubereitet werden sollte, musste der<\/p>\n<p>sogar rechtzeitig vorbestellt werden. Niemand aus meiner Familie w\u00e4re jemals auf die Idee gekommen, Fleisch auf Styropor-Trays im Discounter zu kaufen.\u201c<\/p>\n<p>Das gro\u00dfe Gesch\u00e4ft mit dem Fleisch<\/p>\n<p>Trotz des Veggie-Trends bleibt die Nachfrage nach Steaks, Hackfleisch und Co. enorm hoch. Alleine in 2014 wurden in Deutschland 60 Millionen Schweine und 3,7 Millionen Rinder geschlachtet, eine unfassbar hohe Zahl. F\u00fcr die Mastbetriebe und Schlachth\u00f6fe bedeutet das Hochkonjunktur, Akkordschlachtung und Flie\u00dfbandarbeit. Dabei sinkt die Zahl der Aufzuchtbetriebe, w\u00e4hrend die Herdengr\u00f6\u00dfen stetig wachsen. Zwei Drittel der Rinder kommen aus Betrieben, die mindestens 100 Tiere oder mehr halten. Weit verbreitet ist noch immer die Anbindehaltung, bei der die Tiere nur eng nebeneinander stehen und kaum liegen k\u00f6nnen. Mastschweine durchlaufen in ihrem meist nur sechs Monate w\u00e4hrenden Leben gleich mehrere Betriebe. F\u00fcr h\u00f6chste Effizienz konzentrieren sich verschiedene Unternehmen auf einzelne \u201eProduktionsschritte\u201c, wie die Ferkelerzeugung oder die Mast bis zur Schlachtreife.<\/p>\n<p>Geteiltes fleisch setzt eigene Ma\u00dfst\u00e4be<\/p>\n<p>Die Bio-Zertifizierung alleine reichte Dennis Vetter nicht aus. Denn \u201eBio\u201c bei der Tierhaltung garantiert nicht zwangsl\u00e4ufig, dass alle Betriebe auch artgerecht und tierethisch korrekt z\u00fcchten. Der erforderliche Auslauf im Freien kann nicht \u00fcberall gew\u00e4hrleistet werden, und auch der Transport zum Schlachter darf immerhin noch vier Stunden dauern. Deshalb wurden die H\u00f6fe besonders sorgf\u00e4ltig ausgew\u00e4hlt, um den erweiterten Kriterien von geteiltes fleisch zu entsprechen.<\/p>\n<p>Hier setzt das junge Unternehmen eigene Standards und w\u00e4hlte deshalb unter anderem auch ganz besondere Tiere aus: Die \u201eBunten Bentheimer\u201c Schweine sind eine \u00e4u\u00dferst robuste Rasse. Sie leben ganzj\u00e4hrig in kleinen Rudeln im Freien, wo sie sich ausgiebig im Schlamm suhlen und die Erde durchw\u00fchlen k\u00f6nnen. Sie erhalten ausschlie\u00dflich Futter, das fast komplett aus hofeigener Herstellung stammt. Eine Mischung aus Getreideschrot, Kartoffeln und Luzernen versorgt die Tiere mit allen n\u00f6tigen N\u00e4hrstoffen. Mastbeschleuniger oder andere Kraftfutter werden prinzipiell nicht gef\u00fcttert.<br \/>\nDie Rinder wachsen in Mutterkuhhaltung auf, was einer nat\u00fcrlichen Herdenstruktur am n\u00e4chsten kommt. Die K\u00e4lber d\u00fcrfen nach der Geburt beim Muttertier bleiben und werden ges\u00e4ugt. Diese Art der Aufzucht bietet wesentliche Vorteile gegen\u00fcber der herk\u00f6mmlichen Haltung \u2013 es treten deutlich weniger Krankheiten auf, sodass Antibiotika und anderen Medikamente nur extrem selten zum Einsatz kommen. Bis zum Erreichen der Schlachtreife d\u00fcrfen die Rinder dann auf den gr\u00fcnen Wiesen weiden wann immer es m\u00f6glich ist und k\u00f6nnen sich uneingeschr\u00e4nkt bewegen.<\/p>\n<p>Von der Bestellung bis zur K\u00fchltruhe<\/p>\n<p>Sind auf der Website <a href=\"http:\/\/www.geteiltes-fleisch.de\">www.geteiltes-fleisch.de<\/a> gen\u00fcgend Bestellungen f\u00fcr ein Schwein oder Rind eingegangen, wird ein schlachtreifes Tier zum nahegelegenen Schlachthof gebracht. Dieser wurde ebenfalls sorgf\u00e4ltig ausgew\u00e4hlt: Der kleine Betrieb mit lediglich zwei Schlachttagen in der Woche arbeitet nicht im Akkord. Das verringert eventuelle Fehlerquoten bei der Bet\u00e4ubung und garantiert einen schonenden Prozess. Nach der Schlachtung muss Rindfleisch noch etwa 14 bis 21 Tage in die Trockenreifung, das ist f\u00fcr Qualit\u00e4t und optimalen Geschmack unerl\u00e4sslich. Zum Schluss erfolgt der Zuschnitt der einzelnen Fleischst\u00fccke auf die passende Gr\u00f6\u00dfe. Noch vor der eigentlichen Auslieferung wird nun das entsprechende Factsheet versendet, das alle wichtigen Daten und Fakten zur Herkunft und Aufzucht des Tieres enth\u00e4lt.<\/p>\n<p>Nun werden die Pakete f\u00fcr den Versand vorbereitet. Schweinefleisch ist im 5-Kilo-Paket mit Schnitzel, R\u00fcckensteaks, Nackensteaks, Bauch, Krustenbraten, Rollbraten und Gulasch erh\u00e4ltlich.<br \/>\nRindfleisch gibt es als 4- oder 8-Kilo-Paket, es enth\u00e4lt Rumpsteaks, Entrec\u00f4te oder H\u00fcftsteaks, Rouladen, Gulasch, Hackfleisch, Geschnetzeltes, Braten und Suppenfleisch. Einzeln vakuumiert und mit K\u00fchlpacks in Isolations-Boxen verpackt geht es nun in den Expressversand. Zu Hause kann das Fleisch dann direkt weiter tiefgefroren werden. In der Gefriertruhe ist Rindfleisch problemlos bis zu 12 Monate haltbar, Schweinefleisch bis zu 6 Monate. Hilfreiche Tipps zur Zubereitung und Rezepte gibt es \u00fcbrigens auch in der Rezeptdatenbank auf<a href=\"http:\/\/www.geteiltes-fleisch.de\"> www.geteiltes-fleisch.de<\/a> zu finden.<\/p>\n<p>Qualit\u00e4tssicherung und Kundenzufriedenheit<\/p>\n<p>\u201eGerade bei Lebensmitteln sind regelm\u00e4\u00dfige Qualit\u00e4tskontrollen unerl\u00e4sslich, wenn man das Vertrauen seiner Kunden erhalten will\u201c, erkl\u00e4rt Dennis Vetter. Deshalb erhalten die Partnerbetriebe von geteiltes fleisch eine Qualit\u00e4ts-Checkliste und werden regelm\u00e4\u00dfig kontrolliert. \u201eUnd wenn unsere Kunden m\u00f6chten, k\u00f6nnen sie sich die H\u00f6fe und die Lebensbedingungen der Tiere auch einfach selbst anschauen.\u201c Bisher seien alle Kunden sehr zufrieden gewesen. Nur was die Zuschnitte betrifft, gab es schon Anfragen. Aber ein Filet, so Dennis Vetter, bestehe nun mal nicht nur aus Mittelst\u00fcck. Und der Gedanke des Crowdbutchering sei ja gerade, ein Tier m\u00f6glichst komplett zu verbrauchen. Ein weiteres Manko sei au\u00dferdem im Moment noch die Lieferzeit. \u201eWir sind ja noch ganz am Anfang\u201c so Vetter, \u201eund deswegen kann es schon ein bisschen dauern, bis ein Tier komplett verkauft ist. Wenn wir bekannter werden und sich mehr Menschen dem Crowdbutchering-Gedanken und fairen Fleischverzehr anschlie\u00dfen, dann sollte das auch gel\u00f6st werden.\u201c Sein Tipp: \u201eEinfach rechtzeitig und auf Vorrat bestellen\u201c, lacht Dennis Vetter.<\/p>\n<p>Weitere Informationen rund um das Unternehmen, sowie das Thema Crowdbutchering, gibt es auf <a href=\"http:\/\/www.geteiltes-fleisch.de\">www.geteiltes-fleisch.de<\/a> . Auf der Homepage wurde k\u00fcrzlich ein Video ver\u00f6ffentlicht, das den Weg von der Bestellung bis zum fertigen Paket veranschaulicht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Start-up aus Frankenthal zeigt, dass ethisch korrekter Fleischverzehr bei Verbrauchern ankommt.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":10241,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"colormag_page_container_layout":"default_layout","colormag_page_sidebar_layout":"default_layout","_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":""},"categories":[13],"tags":[],"class_list":["post-10238","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-news"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/Crowdbutchering_GF_300dpi_Vetter2.jpg","jetpack_sharing_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/10238","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=10238"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/10238\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":10242,"href":"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/10238\/revisions\/10242"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/10241"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=10238"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=10238"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.tuttiisensi.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=10238"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}