Vorschau auf die Slow Food Messe Salone del Gusto in Turin

Salone del Gusto 2014
Salone del Gusto 2014

Seit über 20 Jahren ist Slow Food in Deutschland verwurzelt, und so ist Deutschland auch wieder vom 23.-27. Oktober in Turin mit einer bunten Auswahl an Initiativen und LebensmittelaktivistInnen beim Salone del Gusto und Terra Madre dabei.

Der Salone del Gusto ist eine der weltweit wichtigsten Veranstaltungen zu Esskultur, Nachhaltigkeit und biologischer Vielfalt, die alle zwei Jahre in Turin (Italien) gehalten wird. Wie alle großen Slow-Food-Veranstaltungen bieten der Salone del Gusto und Terra Madre neben dem sinnlichen Erlebnis des Markts und der Geschmackserlebnisse ein informatives Rahmenprogramm zur Weiterbildung. In Workshops und Konferenzen können sich Produzenten, Experten und Besucher über politische, wirtschaftliche und kulturelle Themen rund ums Essen austauschen.

Am Stand von Slow Food Deutschland, des weltweit drittgrößten nationalen Slow-Food-Vereins, erhalten die Besucher Informationen zu den wichtigsten Themen des deutschen Vereins für die nächsten Jahre: dem Erhalt der biologischen Vielfalt, Ernährungs- und Geschmacksbildung und dem Kampf gegen die Lebensmittelverschwendung.

Das Terra-Madre-Netzwerk ist auch in Deutschland am Wachsen und zahlreiche deutsche Lebensmittelgemeinschaften und AktivistInnen sind in diesem Oktober beim großen internationalen Treffen in Turin dabei. Besonders die jüngere Slow-Food-Generation ist stark vertreten: 60 Teilnehmer aus dem deutschen Slow-Food-Youth-Netzwerk, dass sich in ganz Deutschland inzwischen auf 15 lokale Gruppen verteilt, werden in Turin mit dabei sein. Mit Schnippeldiskos, Eat-Ins und vielem mehr setzen sich die jungen Slow-Food-AktivistInnen vor Ort für ein gutes, sauberes und faires Lebensmittelsystem ein.

KONFERENZEN

In der Konferenz Our Daily Waste (Donnerstag, 23. Oktober, 18 Uhr) teilt die Vorsitzende von Slow Food Deutschland, Dr. Ursula Hudson, ihre Erfahrung im Kampf gegen die Lebensmittelverschwendung, den der deutsche Verein schon seit mehreren Jahren mit Aktionstagen, Aufklärungsarbeit und einem Schulprojekt führt.

Benny Härlin von der Kampagne Meine Landwirtschaft, einem breiten zivilgesellschaftlichen Bündnis für gutes Essen und eine gute Landwirtschaft, dem auch Slow Food Deutschland e. V. angehört, nimmt an der Konferenz GMOs: A Question of Rules, Rights and Responsibility teil (Montag, 27. Oktober, 15 Uhr).

TERRA-MADRE-GEMEINSCHAFTEN AUS DEUTSCHLAND

Thema 1 – Brot:

Die Bäcker: Nationales Netzwerk der handwerklich arbeitenden Bäcker

Anke und Peter gehören zum nationalen Netzwerk Die Bäcker – Zeit für Geschmack, das im Bereich der handwerklichen Brotherstellung wirkt. Das Ziel dieses Netzwerkes ist die Bewahrung der traditionellen Brotbackkünste und die Förderung einer ökologisch nachhaltigen sowie sozial und politisch bewussten Ernährungskultur. Durch Bildungsveranstaltungen hat das unabhängige Netzwerk der handwerklichen Brothersteller aus ganz Deutschland hohe Qualitätsstandards für eigene Erzeugnisse eingeführt.

Endorphina: Gemeinschaft der handwerklich arbeitenden Bäcker in Neukölln

In den letzten Jahren beobachtet man in Deutschland und insbesondere in Berlin eine Renaissance der traditionellen Brotbackkünste. In der Bäckerei Endorphina im Berliner Bezirk Neukölln kann man viele Brotsorten kaufen, vom klassischen Roggenbrot mit Sauerteig bis zu den Varianten mit Sonnenblumenkernen oder Kartoffeln, von all den süßen Backwaren zu schweigen. Die Basiszutaten, nach Möglichkeit lokal und aus biologisch kontrolliertem Anbau, werden geknetet und gebacken hinter einer Scheibe, die Küche von dem Verkaufspunkt trennt. Der Laden bietet auch Brotbackworkshops für Kinder und Veranstaltungen zu biologischer und naturnaher Ernährung für Erwachsene.

Thema 2 – Solidarische Landwirtschaft & Stadt-Land-Verknüpfung:

Speisegut: Gemeinschaft der solidarischen Landwirtschaft und der Stadtbauern in Berlin

Vom Konzept der solidarischen Landwirtschaft ausgehend hat Christian das Projekt Speisegut entwickelt: Die Mitglieder bekommen für ihren im Voraus eingezahlten Beitrag wöchentlich Obst und Gemüse, die am Rande der Hauptstadt angebaut werden. Auf der Fläche von 3 ha in Berlin-Spandau und in einem Obstgarten in Potsdam bauen Christian und seine Kollegen biologisch und ohne Folie Pflanzen an, die dem Gebiet, dem Mikroklima und den Jahreszeiten am besten angepasst sind: Wirsing, Salat, Kartoffeln, Möhren, Zwiebel, Mangold, Äpfel. Ansonsten gibt es im Sortiment auch Honig sowie hochwertige kaltgepresste Leinen-, Raps-, Sonnenblumen- und Mohnöle.

Städter und Bauern: Bündnis für solidarische Landwirtschaft in München

Seit einigen Jahren unterstützt die Gruppe “Städter und Bauern” lokale bayerische Lebensmittelerzeuger, indem die Verbraucher Geld schon am Anfang der Saison investieren und so den kleinen handwerklichen Betrieben die finanziellen Mittel für das ganze Jahr sichern. Die Verbraucher sind nicht nur Kunden, sondern kennen die Bauern auch persönlich und nehmen an Workshops zu Gärtnern und Ernährung teil.

SOLAWI: Bildungsgemeinschaft für die Gruppen der solidarischen Landwirtschaft

Das Thema der Ernährungssouveränität ist der Ausgangspunkt für das Projekt Solidarische Landwirtschaft. Im Jahre 2011 haben sich mehrere Aktivisten und Landwirtschaftsexperten zusammengeschlossen, um ein deutschlandweites Netzwerk für die Gruppen der solidarischen Landwirtschaft aufzubauen. Diese Gruppen verstehen sich als alternative Handelsmodelle, bieten neue kulturelle und soziale Paradigmen an, funktionieren als gegenseitige solidarische Unterstützung zwischen Verbrauchern und Erzeugern, und fördern den Wissensaustausch. So entstanden diverse regionale Arbeitsgruppen sowie ein nationaler Vorstand, der nicht nur alle Gruppen leitet, sondern auch Bildungstreffen organisiert, themabezogene Infomaterialien vorbereitet und als eine Plattform für den Austausch mit ähnlichen Initiativen im Ausland agiert.

Markthalle Neun: Gemeinschaft des regionalen Bauernmarktes in Kreuzberg

Wenige der alten Berliner Markthallen sind noch aktiv. Die Markthalle Neun wurde von Bernd, Florian und Nikolaus gerettet – drei Freunden, denen es dank der Unterstützung durch diverse Organisationen gelungen ist, die Schließung zu verhindern. Heute versammeln sich in der Markthalle Neun rund 300 Lebensmittelhandwerker aus Berlin und Umgebung. Hier wird ein wöchentlicher regionaler Bauernmarkt sowie Veranstaltungen zu Ernährung und Landwirtschaftspolitik organisiert. Im Oktober 2014 wird in der Halle sowie in den anliegenden Straßen das erste Food-Festival Stadt Land Food stattfinden.

GESCHMACKSERLEBNISSE

Deutsche Backwaren: Süßes Berlin (Freitag, 24. Oktober, 17:00 Uhr)

Was macht den besten Käsekuchen aus? Dieser Workshop begibt sich auf eine Entdeckungsreise in die Rezeptvielfalt für Käsekuchen. Über die Jahre hat sich in Deutschland ein Reichtum an Rezepten entwickelt, die sich auf Grund des konstanten Wandels der Menschen und je nach geografischer Herkunft unterscheiden. Diese Variablen haben schmackhafte Kombinationen ergeben: Ein Kuchen mit Mürbeteig, einer ohne, ein weicher, lockerer Kuchen und ein Kräftiger, einer mit goldbraun gebackener Kruste, ein New York style Käsekuchen, einer aus 100% Quark oder aber einer mit Hinzugabe von Sahne, Ricotta oder Mascarpone.

Die wunderbare Welt des Apfel- und Birnenweins (Samstag, 25. Oktober, 17:00 Uhr)

Über hundert Jahre alte Bäume, eine reiche biologische Vielfalt, lokale Hefe und qualifizierte Kunsthandwerker zeichnen diesen Workshop aus. Es werden insgesamt acht Apfelweine aus fünf Ländern verkostet (Frankreich, England, Italien, Tasmanien und Deutschland). Aus Deutschland wird das Presidio-Produkt Birnenschaumwein aus der Obstsorte Champagner Bratbirne vom Produzenten Jörg Geiger angeboten.

Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite des Salone del Gusto.

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