Nachgeforscht: Freiland Schweinehaltung in England

Freiland Schweine in England
Freiland Schweine in England

Auf unserer Reise durch Süd-England haben immer wieder freilaufende Schweine gesehen. Da dies ja hier in Deutschland recht unüblich und selten ist, haben wir einige Informationen zum Thema gesammelt.

Die Freilandhaltung von Schweinen hat sich zu in den letzten Jahrzehnten zu einem wichtigen Zweig der britischen Tierproduktion entwickelt. Fast ein Drittel aller Zucht- und Jungsauen wird mittlerweile im Freien gehalten. Ausschlaggebend für den Erfolg dieser Tierhaltungsform sind ihre niedrigen Investitions- und Arbeitskosten und die große Last an rechtlichen Vorgaben, die die Intensivbetriebe tragen müssen (insbesondere Auflagen des Tier- und Umweltschutzes).

Eine weitere Expansion dieser Landnutzung wird allerdings durch ihre Standortbedürfnisse eingeschränkt und hängt auch mit den allgemeinen finanziellen und tiergesundheitlichen Schwierigkeiten der Schweineindustrie zusammen.

Entwicklung:
Wegen des zunehmenden Fleischbedarfs wurde die Schweinehaltung seit Beginn der industriellen Revolution mehr und mehr intensiviert und letztendlich fast gänzlich in Ställe verlagert, wobei der Platz für die Schweine immer weiter verringert, die Mechanisierung aber immer aufwendiger wurde. Probleme mit der Tiergesundheit und ein Mangel an nutzbaren Ställen führten in den 50-iger bis 70-iger Jahren z.B. in der DDR zu Versuchen mit der Freilandhaltung (Waldschweinemast), welche jedoch wegen extrem hoher Besatzdichten und zu langen Besatzzeiten aus hygienischer und umweltpolitischer Sicht auf Dauer nicht erfolgreich waren (SONNEFELD,1976; BENNEWITZ u.a., 1982).

In kleineren Betrieben gab und gibt es die verschiedensten Formen der Freilandhaltung, Schweineweiden, saisonale Freilandhaltung im Sommer, Nutzung befestigter und unbefestigter Ausläufe u.a..

Jedoch nur das 1952 von Richard Roadnight in England entwickelte System der ganzjährigen Freilandhaltung mit Nutzung transportabler Hütten und einer Eingliederung der Sauen in die Fruchtfolge bewährte sich arbeits- und betriebswirtschaftlich so gut, daß es auch für größere Bestände geeignet war. Auf Grund steigender Kosten für Ställe, Ausrüstung und Energie konnte es sich in den 70-iger Jahren zunächst in Großbritannien und schließlich in allen klimatisch geeigneten Gegenden Mitteleuropas und Nordamerikas ausbreiten.

Link zu einem Anbieter in England: Finti’s Free Range
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