Kräuter für später im Jahr, Teil II

Bohnenkraut, Foto: Martina Tschirnerklein

Wer den Duft des Sommers für kältere Zeiten einfangen will, kann dies auch nach Art der Kräuterhexen tun und sie trocknen. Lesen Sie, wie’s geht und welche Kräuter sich dafür eignen.

Autorin: Martina Tschirner

Nicht nur Kräuter jeder Art, auch Beeren, Wurzeln und mehr wussten manche Frauen über die Jahrhunderte zu trocknen. Sie kannten die Wirkungen sämtlicher Kräuter. Und stellten vorwiegend Tees aus ihnen her. Dass viele Kräuter in getrocknetem Zustand eine besondere Würzkraft entwickeln, war den Kräuterhexen natürlich auch bekannt. Zu ihnen gehört Beifuß, der die Verdauung fördert und zu jedem Gänsebraten gehört. Ebenso das pfeffrige Bohnenkraut (Foto oben, von Martina Tschirner) und der leicht bittere Majoran, gut gegen Blähungen. Viele italienische Gerichte würzt getrockneter Oregano, die wilde Form vom Majoran. Er ist noch etwas schärfer als sein gezüchteter Bruder, verträgt sich jedoch nicht mit ihm. Gut trocknen lassen sich außerdem Lorbeerblätter und die nadelähnlichen, bitterwürzigen Blättchen vom Rosmarin, bekannt für ihre belebenden oder auch erotisierenden Wirkungen. Außerdem der samtige Salbei und der würzig-scharfe Thymian.

Warum das Trocknen die Kräuter haltbar macht? Die Erklärung ist ganz einfach: Durch den Wasserentzug können sich Bakterien, die womöglich Fäulnis erregen,  nicht vermehren. Am einfachsten geht das, wenn Sie die Kräuter gleich nach dem Abschneiden zu einem Sträußchen binden und kopfüber aufhängen. Nach zwei bis drei Tagen an einem sonnigen Platz ist ihr spezielles Aroma für mehrere Monate eingefangen. Schneller geht’s im Backofen, auch gebündelt oder über das Blech verteilt. Bei einer Temperatur von 110 °C  (Gas Stufe 1) sind die Kräuter nach 12 bis 16 Stunden durchgetrocknet. Zum Aufbewahren eignen sich Gläschen mit Schraubdeckel, die Sie an einem dunklen und trockenen Ort abstellen.

Über ihre Grenzen berühmt ist die französische Mischung „Kräuter der Provence“. Sie ist Standardgewürz für Ratatouille, einer Schmorpfanne mit Auberginen, Zucchini und anderen Sommergemüsen. Rosmarin, Basilikum, Oregano, Thymian und Salbei geben hier den Geschmack. Zum Selbermachen die Kräuter nach dem Trocknen rebeln, mischen und in Gläsern aufbewahren. Übrigens eignen sich getrocknete Kräuter auch zum Grillen. Sie geben Steaks, Spießen usw. einen würzigen Geschmack, wenn Sie eine Hand voll davon auf die Glut werfen.

Wie Kräuter mit Salz oder Öl haltbar gemacht werden, lesen Sie in der nächsten Woche.[subscribe2]